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Wie wird Gold hergestellt? Vom Erz bis zum Barren

Elmar Klose 28. Juli 2026
Zehn Heraeus Feingoldbarren, je 500g, zeigen die sorgfältige Gold Herstellung.

Inhaltsverzeichnis

Gold landet nicht deshalb im Barren, weil man ein glänzendes Erz einfach einschmilzt. Zwischen Gestein, Elektronikschrott und einem Barren mit hoher Feinheit liegen mehrere mechanische, chemische und physikalische Schritte. Ich erkläre, wie Gold gewonnen, aus Rohmetall raffiniert und recycelt wird und warum die künstliche Herstellung im Labor zwar möglich, wirtschaftlich aber völlig uninteressant ist.

Vom Erz bis zum Barren entscheidet die Chemie über Reinheit und Aufwand

  • Gold ist das Element Au mit 79 Protonen und lässt sich durch normale chemische Reaktionen nicht neu erschaffen.
  • Bei der industriellen Gewinnung werden Erze zerkleinert, konzentriert und häufig mit Cyanidlaugung behandelt.
  • Rohgold, sogenanntes Doré-Metall, enthält oft nur etwa 60 bis 90 Prozent Gold und muss weiter raffiniert werden.
  • Die Verfahren Miller und Wohlwill erreichen je nach Prozess etwa 99,6 bis 99,98 Prozent Reinheit.
  • Recycling aus Schmuck, Elektronik und Industrieprodukten ist ein wichtiger Teil der weltweiten Goldversorgung.
  • Eine künstliche Erzeugung durch Kernreaktionen funktioniert nur atomweise und hat keinen kommerziellen Nutzen.

Gold entsteht chemisch nicht aus einem anderen Metall

Wenn ich über Goldherstellung spreche, trenne ich zuerst zwei Dinge, die häufig verwechselt werden. Gold gewinnen bedeutet, bereits vorhandenes Gold aus Erz oder Altmaterial zu lösen und zu reinigen. Gold im eigentlichen Sinn neu zu erzeugen wäre dagegen eine Veränderung des Atomkerns.

Gold trägt das chemische Symbol Au und die Ordnungszahl 79. Jedes Goldatom besitzt also 79 Protonen im Kern. Chemische Reaktionen verändern vor allem Elektronenhüllen und Bindungen. Sie können Gold lösen, ausfällen oder von anderen Metallen trennen, aber keine drei Protonen aus einem Bleikern entfernen.

Weg Was passiert Praktische Bedeutung
Bergbau Gold wird aus Gestein gelöst und konzentriert. Wichtigste Quelle für neu gewonnenes Gold.
Recycling Goldhaltige Produkte werden zerlegt und raffiniert. Rückgewinnung ohne neue Lagerstätte.
Kerntransmutation Die Zusammensetzung des Atomkerns wird verändert. Wissenschaftlich möglich, aber nicht wirtschaftlich.

Diese Unterscheidung ist für das Verständnis entscheidend. Beim Schmelzen wird Gold nur flüssig, während beim Raffinieren Fremdmetalle gezielt abgetrennt werden. Genau dort liegt der eigentliche technische Aufwand.

Vom goldhaltigen Gestein zum Rohmetall

Schema der Goldherstellung: Erz wird zerkleinert, gemahlen und in Tanks zur Extraktion und Adsorption geleitet.

In einer Mine beginnt die Arbeit lange vor der ersten chemischen Reaktion. Geologen untersuchen Gesteinsproben, bestimmen den Goldgehalt und prüfen, ob die Lagerstätte technisch und wirtschaftlich bearbeitet werden kann. Ein niedriger Goldgehalt bedeutet nicht automatisch, dass eine Mine unbrauchbar ist, denn moderne Anlagen verarbeiten große Materialmengen.

Die wichtigsten Schritte der Gewinnung

  1. Abbau und Transport des goldhaltigen Erzes aus dem Tagebau oder Untertagebau.
  2. Zerkleinern und Mahlen, damit Goldpartikel aus dem Gesteinsverband freigelegt werden.
  3. Schwerkrafttrennung oder Flotation, wenn sich das Gold physikalisch konzentrieren lässt.
  4. Laugung, bei der Gold in eine lösliche chemische Verbindung überführt wird.
  5. Rückgewinnung aus der Lösung, häufig mithilfe von Aktivkohle oder durch elektrochemische Abscheidung.
  6. Schmelzen des Konzentrats zu einem Doré-Barren, der anschließend in eine Raffinerie gelangt.

Bei leicht aufschließbaren Erzen kann die Goldgewinnung nach dem Mahlen relativ geradlinig verlaufen. Schwieriger sind sogenannte refraktäre Erze, in denen Gold etwa an Sulfide oder Telluride gebunden ist. Hier muss das Material vor der Laugung zusätzlich oxidiert oder anders vorbehandelt werden.

Warum Cyanid in der Industrie eingesetzt wird

Gold ist chemisch sehr beständig und löst sich in vielen Säuren nicht. In einer kontrollierten, alkalischen Cyanidlösung kann es jedoch als Dicyanoaurat-Komplex in Lösung gehen. Sauerstoff unterstützt dabei die Oxidation des metallischen Goldes, sodass es anschließend aus der Lösung abgetrennt werden kann.

Die Lösung wird in vielen Anlagen über Aktivkohle geführt. Die Kohle bindet den Goldkomplex, danach wird das Gold wieder von der Kohle gelöst und meist durch Elektrolyse abgeschieden. Ich halte diese Technik für ein gutes Beispiel dafür, dass Chemie in der Metallurgie nicht spektakulär aussehen muss, um enorme Mengen Material zu bewegen.

Cyanid ist allerdings hochgiftig. Industrielle Anlagen benötigen deshalb abgedichtete Becken, kontrollierte Prozesswasserströme, Überwachung und eine sichere Behandlung der Rückstände. Quecksilberamalgamation, ein historisch bekanntes Verfahren, wird wegen seiner Gesundheits- und Umweltgefahren heute nur noch in problematischen, meist informellen Bereichen eingesetzt und ist keine verantwortbare Methode für private Experimente.

Raffination macht aus Rohgold ein normiertes Metall

Der erste Barren aus einer Mine ist meist kein reines Gold. Er wird als Doré-Barren bezeichnet und enthält neben Gold typischerweise Silber sowie kleinere Mengen anderer Metalle. Je nach Ausgangsmaterial kann der Goldanteil ungefähr zwischen 60 und 90 Prozent liegen.

In der Raffinerie wird das Rohmetall zunächst analysiert. Diese Prüfung ist wichtiger, als es auf den ersten Blick wirkt, denn der Wert eines Barrens hängt nicht allein von seinem Gewicht, sondern von Feinheit und genauer Zusammensetzung ab.

Miller-Verfahren und Wohlwill-Verfahren

Verfahren Prinzip Typische Feinheit Stärke
Miller-Verfahren Chlorierung von geschmolzenem Rohgold Etwa 99,6 bis 99,7 Prozent Schnelle Reinigung großer Mengen
Wohlwill-Verfahren Elektrolytische Raffination Etwa 99,95 bis 99,98 Prozent Sehr hohe Reinheit
Weitere Spezialverfahren Chemische oder elektrochemische Trennung Je nach Prozess bis 999,9 Anpassung an Material und Zielprodukt

Beim Miller-Verfahren wird Chlor in geschmolzenes Rohgold eingebracht. Viele Begleitmetalle bilden dabei Chloride, während Gold zunächst zurückbleibt. Das Verfahren ist produktiv, erreicht aber nicht dieselbe Reinheit wie die anschließende Elektrolyse.

Beim Wohlwill-Verfahren dient unreines Gold als Anode. Gold geht in den Elektrolyten über und wird an der Kathode wieder abgeschieden. Silber und unedlere Metalle sammeln sich dabei in Rückständen oder bleiben vom gewünschten Abscheidungsprozess getrennt.

Feinheit, Karat und typische Kennzeichnungen

Die Feinheit wird in Tausendteilen angegeben. Ein Goldgehalt von 999 bedeutet 999 Teile Gold auf 1000 Teile Metall, also 99,9 Prozent. Bei Schmuck ist zusätzlich die Karatangabe gebräuchlich, wobei 24 Karat theoretisch 24 von 24 Teilen Gold entsprechen.

Bezeichnung Goldanteil Typische Verwendung
333er Gold 33,3 Prozent Robuster Schmuck und preisgünstigere Legierungen
585er Gold 58,5 Prozent Häufige Schmucklegierung
750er Gold 75,0 Prozent Hochwertiger Schmuck und bestimmte Uhren
999er Gold 99,9 Prozent Barren, Münzen und industrielle Anwendungen

Reines Gold ist vergleichsweise weich. Für Schmuck werden deshalb oft Silber, Kupfer, Palladium oder andere Metalle zugesetzt. Die Legierung verändert Farbe, Härte und Verarbeitbarkeit, aber nicht die chemische Identität des enthaltenen Goldes.

Recycling gewinnt Gold aus alten Produkten zurück

Gold kann immer wieder eingeschmolzen und raffiniert werden, ohne seine elementare Identität zu verlieren. Genau deshalb sind alte Ringe, Zahngold, Produktionsreste und elektronische Kontakte wertvolle Rohstoffe. Langfristige Marktübersichten des World Gold Council zeigen, dass recyceltes Gold einen bedeutenden Anteil der weltweiten Versorgung ausmacht, in den vergangenen Jahrzehnten grob um 30 Prozent.

Beim Schmuckrecycling ist die Ausgangslage meist überschaubar. Der Betrieb sortiert die Legierungen, schmilzt sie ein, nimmt Proben und bestimmt die Feinheit. Anschließend werden Gold und Begleitmetalle in einer Raffinerie getrennt.

Lesen Sie auch: Schmelzpunkt von Gold - Werte für Legierungen und Löten

Elektronik ist technisch anspruchsvoller

In Leiterplatten, Steckkontakten und Mobiltelefonen steckt Gold oft nur in sehr kleinen Mengen. Der Vorteil liegt in der großen Zahl gleichartiger Geräte, der Nachteil in der komplexen Mischung aus Kunststoffen, Kupfer, Nickel, Lötmetallen und weiteren Stoffen.

Professionelles Recycling verbindet deshalb mechanische Aufbereitung, thermische Verfahren und chemische Raffination. Eine einzelne Platine zu Hause zu behandeln, ist weder wirtschaftlich noch sicher. Besonders Säuregemische und Schwermetallrückstände gehören in Anlagen mit geeigneter Abgas- und Abwasserbehandlung.

Für mich zeigt das Recycling besonders deutlich, warum Gold ein Sonderfall unter den Werkstoffen ist. Selbst wenn ein Produkt veraltet oder kaputt ist, bleibt der Rohstoff wertvoll. Das macht die Rückgewinnung sinnvoller, als viele Menschen zunächst vermuten.

Kann man Gold künstlich aus anderen Elementen erzeugen

Ja, aber nicht mit klassischer Chemie. In Kernreaktionen kann die Zahl der Protonen verändert werden. Blei besitzt 82 Protonen, Gold 79. Wenn bei einer geeigneten Reaktion drei Protonen und weitere Kernbausteine aus einem Bleikern entfernt werden, kann ein Goldkern entstehen.

Die ALICE-Forschung am CERN hat die Umwandlung von Bleikernen in Goldkerne bei extrem energiereichen Kollisionen untersucht. Das Ergebnis klingt nach moderner Alchemie, erzeugt aber keinen sichtbaren Goldklumpen. Die Mengen sind winzig, die Teilchen entstehen nur unter extremen Bedingungen und werden sehr schnell wieder zerstört oder zerfallen.

Chemische Raffination Kerntransmutation
Verändert Elektronenbindungen und löst Gold aus Gemischen. Verändert den Atomkern und damit das Element.
Erzeugt gereinigtes Gold aus vorhandenem Rohstoff. Erzeugt einzelne Goldkerne aus anderen Atomkernen.
Industriell etabliert und wirtschaftlich nutzbar. Aufwendig, extrem klein skaliert und nicht wirtschaftlich.

Der entscheidende Engpass ist nicht nur die Energie. Nach der Reaktion müssten die Goldatome auch aus einer Vielzahl anderer Reaktionsprodukte getrennt werden. Selbst wenn ein Teilchenbeschleuniger Gold erzeugt, kostet die Anlage ein Vielfaches des Metallwerts. Für Barren, Schmuck oder industrielle Mengen bleibt Bergbau und Recycling eindeutig sinnvoller.

Was von der Goldherstellung wirklich hängen bleibt

Die historische Alchemie suchte nach einem chemischen Weg von unedlen Metallen zu Gold. Die moderne Wissenschaft hat die Frage präzisiert und eine Antwort gefunden, die zugleich faszinierend und ernüchternd ist. Chemisch lässt sich Gold sehr gut lösen, transportieren, abscheiden und reinigen, aber nicht aus einem beliebigen Metall neu bilden.

Wenn ich die gesamte Kette betrachte, liegt die wichtigste Leistung deshalb nicht im Schmelzen, sondern in der kontrollierten Trennung. Erzaufbereitung, sichere Laugung, genaue Analyse, Raffination und Recycling entscheiden darüber, ob aus einer winzigen Goldkonzentration ein verwertbarer Rohstoff wird.

Wer Gold fachlich beurteilen möchte, sollte daher immer nach drei Punkten fragen. Woher stammt das Material, welche Feinheit besitzt es und welches Verfahren hat die Trennung ermöglicht? Der Glanz ist sichtbar, aber erst diese Angaben machen die Herstellung nachvollziehbar.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das Erz wird abgebaut, zerkleinert und gemahlen. Danach wird das Gold je nach Material durch Schwerkrafttrennung, Flotation oder Cyanidlaugung konzentriert und aus der Lösung zurückgewonnen. Das Konzentrat wird zu einem Doré-Barren geschmolzen.

Ein Doré-Barren ist Rohgold aus der Mine und enthält neben Gold meist Silber sowie weitere Metalle. Der Goldanteil liegt je nach Ausgangsmaterial ungefähr bei 60 bis 90 Prozent. Erst die Raffination macht daraus ein normiertes Metall mit hoher Feinheit.

Beim Miller-Verfahren wird geschmolzenes Rohgold chloriert, wodurch Begleitmetalle als Chloride abgetrennt werden. Es erreicht typischerweise etwa 99,6 bis 99,7 Prozent Reinheit. Das Wohlwill-Verfahren arbeitet elektrolytisch und kann etwa 99,95 bis 99,98 Prozent erreichen.

In Kernreaktionen kann die Protonenzahl eines Atomkerns verändert werden, sodass aus Bleikernen einzelne Goldkerne entstehen. Solche Reaktionen benötigen jedoch extreme Bedingungen, erzeugen winzige Mengen und sind wegen des hohen Aufwands wirtschaftlich völlig uninteressant.

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Autor Elmar Klose
Elmar Klose
Mein Name ist Elmar Klose und ich beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit den Themen Wissenschaft, Technik und Erfindergeist. Meine Faszination für die Art und Weise, wie Ideen entstehen und die Welt verändern, hat mich dazu gebracht, mich auf historische Entwicklungen in diesen Bereichen zu konzentrieren. Hier auf historische-schreibmaschinen-friedrich.de teile ich mein Wissen über bahnbrechende Erfindungen und die Genies dahinter. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und gut recherchierte Informationen zu präsentieren, damit Sie die faszinierende Welt der Technik und des wissenschaftlichen Fortschritts besser verstehen können.

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