• Fahrzeuge
  • Schnellstes Auto der Welt? 3.019 PS im U9 Xtreme

Schnellstes Auto der Welt? 3.019 PS im U9 Xtreme

Elmar Klose 2. Juli 2026
Der rote Yangwang U9 mit Flügeltüren, das schnellste Auto der Welt, steht bereit.

Inhaltsverzeichnis

Wer wissen will, welches aktuell das schnellste Auto der Welt ist, stößt auf eine erstaunliche Zahl: Der YANGWANG U9 Xtreme bringt rund 3.019 PS auf die Straße. Ich ordne ein, was diese Leistung wirklich bedeutet, wie sie sich zur Höchstgeschwindigkeit von 496,22 km/h verhält und warum bei solchen Hypercars nicht nur die PS-Zahl entscheidet.

Die wichtigsten Fakten zum stärksten Geschwindigkeitsrekord

  • YANGWANG U9 Xtreme gilt aktuell als schnellster Serienwagen.
  • Die vier Elektromotoren leisten zusammen rund 3.019 PS.
  • Die gemessene Höchstgeschwindigkeit beträgt 496,22 km/h.
  • Zum Einsatz kommen ein 1.200-Volt-System und eine speziell entwickelte Batterie.
  • Die Produktion ist auf höchstens 30 Fahrzeuge begrenzt.

Roter Supersportwagen mit der Aufschrift

Welches Auto hat aktuell die meisten PS?

Die kurze Antwort lautet YANGWANG U9 Xtreme. Das elektrische Hypercar der BYD-Marke YANGWANG erreicht eine Spitzenleistung von etwa 2.220 kW, was umgerechnet rund 3.019 PS entspricht. Damit übertrifft es den normalen YANGWANG U9 mit etwa 1.306 PS deutlich.

Bei einem Test auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke ATP Papenburg in Deutschland erreichte der U9 Xtreme 496,22 km/h. Nach Angaben von BYD ist er damit der schnellste Serienwagen der Welt. Die Rekordfahrt fand am 14. September 2025 statt und verschob die bisherige Marke des Bugatti Chiron Super Sport 300+ nach oben.

Ich würde die Bezeichnung „Serienwagen“ allerdings genau lesen. Der U9 Xtreme ist kein gewöhnliches Großserienmodell, sondern ein auf 30 Exemplare limitiertes Hypercar. Der Rekord ist deshalb technisch und historisch bemerkenswert, sagt aber wenig über die Verfügbarkeit eines solchen Fahrzeugs im normalen Straßenverkehr aus.

Warum 3.019 PS nicht automatisch 500 km/h bedeuten

Viele vergleichen Autos ausschließlich über die Motorleistung. Bei Geschwindigkeiten nahe 500 km/h wird das zu kurz gegriffen. Entscheidend sind auch Luftwiderstand, Übersetzung, Reifen, Kühlung und Stabilität. Schon kleine Änderungen an der Karosserie können darüber entscheiden, ob zusätzliche Leistung tatsächlich in mehr Tempo umgewandelt wird.

Der Luftwiderstand steigt ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Für die doppelte Geschwindigkeit braucht ein Fahrzeug daher nicht einfach doppelt, sondern ein Vielfaches der Antriebsleistung. Gleichzeitig muss der Wagen genügend Abtrieb erzeugen, darf dabei aber nicht zu viel Widerstand aufbauen. Genau hier liegt der schwierige Zielkonflikt moderner Hochleistungsfahrzeuge.

Beim Elektroauto kommt ein weiterer Vorteil hinzu. Der U9 Xtreme besitzt vier unabhängig angesteuerte Elektromotoren. Die Kraft lässt sich dadurch an jedem Rad sehr schnell verteilen. Dieses sogenannte Torque Vectoring verbessert die Traktion und hilft, Schlupf zu vermeiden. Die PS-Zahl allein erklärt die Rekordfahrt also nicht.

Der U9 Xtreme im Vergleich zu bekannten Hypercars

Ein Vergleich zeigt, wie außergewöhnlich die Kombination aus Leistung und Tempo ist. Ich trenne dabei bewusst zwischen tatsächlich gemessenen Werten und theoretischen oder anders ermittelten Angaben.

Modell Antrieb Leistung Höchstgeschwindigkeit
YANGWANG U9 Xtreme Elektro, vier Motoren ca. 3.019 PS 496,22 km/h
Bugatti Chiron Super Sport 300+ 8,0-Liter-W16-Benziner ca. 1.600 PS 490,484 km/h
YANGWANG U9 Elektro, vier Motoren ca. 1.306 PS rund 391 km/h
Rimac Nevera R Elektro, vier Motoren bis zu ca. 2.107 PS rund 431 km/h

Der Bugatti bleibt trotz geringerer Leistung ein Meilenstein, weil er mit einem Verbrennungsmotor fast 500 km/h erreicht hat. Das macht den Unterschied zwischen Elektro- und Verbrennertechnik sichtbar: Elektromotoren liefern ihre Kraft unmittelbar, während ein Verbrennungsmotor Drehzahl, Getriebe und Turbolader optimal aufeinander abstimmen muss.

Auch der Rimac Nevera R ist ein gutes Beispiel dafür, dass Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit verschiedene Disziplinen sind. Ein Auto kann beim Start spektakulär schneller sein und trotzdem bei der maximalen Geschwindigkeit zurückliegen.

Welche Technik hinter der Leistung steckt

Vier Motoren und eine 1.200-Volt-Plattform

Der U9 Xtreme nutzt eine elektrische Architektur mit 1.200 Volt. Eine höhere Spannung ermöglicht bei gleicher Leistung geringere Stromstärken oder eine effizientere Übertragung. Das reduziert elektrische Verluste und hilft, die enormen Energiemengen kontrollierbar zu machen.

Die vier Motoren können bis zu 30.000 Umdrehungen pro Minute erreichen. Zusammen liefern sie mehr als 3.000 PS. Für mich ist dabei weniger die runde PS-Zahl beeindruckend als die notwendige Präzision: Die Steuerung muss innerhalb kürzester Zeit entscheiden, welches Rad wie viel Drehmoment erhält.

Batterie und Wärmehaushalt

Extreme Leistung erzeugt extreme Wärme. Der U9 Xtreme verwendet deshalb eine leistungsfähige Blade-Batterie mit einer angegebenen Entladerate von bis zu 30C. Dieser Wert beschreibt, wie schnell die Batterie im Verhältnis zu ihrer Kapazität Energie abgeben kann.

Die Technik hilft vor allem bei kurzen Rekordfahrten und schnellen Runden auf der Rennstrecke. Für den Alltag bedeutet sie nicht automatisch eine hohe Reichweite. Wer dauerhaft Leistung abruft, leert den Akku schnell und muss mit langen Lade- oder Abkühlphasen rechnen.

Lesen Sie auch: Zeppelin-Absturz der Hindenburg - Was wirklich geschah

Reifen und aktive Fahrwerksregelung

Bei fast 500 km/h sind die Reifen ein entscheidender Sicherheitsfaktor. Der U9 Xtreme fährt mit 20-Zoll-Semi-Slicks, die für trockene Rennstrecken entwickelt wurden. Solche Reifen bieten hohen Grip, sind bei Nässe aber deutlich weniger vielseitig als normale Straßenreifen.

Hinzu kommt das aktive DiSus-X-Fahrwerk. Es verändert die Fahrwerkshöhe und Dämpfung sehr schnell, hält die Karosserie stabil und verbessert den Kontakt zwischen Reifen und Asphalt. Ohne diese Kontrolle wären die 3.019 PS kaum sicher nutzbar.

Was „schnellstes Auto der Welt“ in der Praxis bedeutet

Die Antwort hängt davon ab, welchen Rekord man meint. Ein gemessener Einzelwert, ein Durchschnitt aus mehreren Fahrten, ein straßenzugelassenes Fahrzeug und ein reiner Prototyp sind nicht dasselbe. Wer diese Kategorien vermischt, landet schnell bei scheinbar widersprüchlichen Ranglisten.

  • Serienwagen: Ein Fahrzeug muss in begrenzter Stückzahl für Kunden gebaut werden.
  • Prototyp: Das Auto kann speziell für einen Rekord entwickelt worden sein und muss nicht erhältlich sein.
  • Höchstgeschwindigkeit: Manche Angaben stammen aus einer Richtung, andere aus einem Mittelwert zweier Läufe.
  • Straßenzulassung: Ein Fahrzeug kann technisch schnell genug sein, aber nicht für öffentliche Straßen zugelassen werden.

Der U9 Xtreme ist deshalb als limitiertes elektrisches Serien-Hypercar einzuordnen. Der Koenigsegg Jesko Absolut wird häufig mit einer theoretischen Geschwindigkeit von etwa 531 km/h genannt, doch dieser Wert basiert auf Berechnungen und nicht auf einer entsprechend bestätigten Rekordfahrt. Für eine faire Antwort sollte man gemessene Daten immer von Prognosen trennen.

Was Käufer aus dem PS-Rekord lernen können

Für die meisten Autofahrer ist die Höchstgeschwindigkeit kaum relevant. Auf deutschen Autobahnen begrenzen Verkehr, Wetter, Reifenfreigabe und Streckenverlauf die sichere Geschwindigkeit meist lange vor der technischen Grenze. In meinem Verständnis zeigt der U9 Xtreme deshalb vor allem, wie weit sich Elektroantriebe bei Leistung, Regelung und Thermomanagement entwickeln lassen.

Wer ein schnelles Fahrzeug sucht, sollte nicht nur auf die maximale PS-Zahl schauen. Wichtiger sind ein gut abgestimmtes Fahrwerk, zuverlässige Bremsen, passende Reifen und eine Leistung, die auch nach mehreren Beschleunigungen noch abrufbar bleibt. Ein Auto mit 700 PS, das seine Kraft kontrolliert nutzt, kann auf einer kurvigen Strecke überzeugender sein als ein schweres Hypercar mit mehr als 3.000 PS.

Auch der Preis und die Wartung gehören zur Realität. Beim U9 Xtreme sind keine frei vergleichbaren deutschen Serienpreise bekannt, und die limitierte Produktion macht das Fahrzeug eher zu einem Sammlerobjekt als zu einer normalen Kaufoption. Dazu kommen spezielle Reifen, hohe Versicherungskosten und ein erheblicher Aufwand für Transport, Service und Streckeneinsatz.

Warum dieser Rekord mehr als eine große PS-Zahl ist

Der YANGWANG U9 Xtreme verbindet rund 3.019 PS mit einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von 496,22 km/h. Entscheidend ist aber das Zusammenspiel aus vier Motoren, 1.200-Volt-Technik, Batterie, Aerodynamik, Reifen und aktivem Fahrwerk.

Meine wichtigste Einordnung lautet daher: Das schnellste Auto der Welt ist nicht einfach das Fahrzeug mit der höchsten Leistung. Es ist das Auto, bei dem Ingenieure jedes einzelne System so präzise aufeinander abgestimmt haben, dass diese Leistung unter extremen Bedingungen überhaupt nutzbar wird.

Häufig gestellte Fragen

Der elektrische YANGWANG U9 Xtreme leistet rund 3.019 PS und erreichte auf der ATP-Teststrecke in Papenburg 496,22 km/h. BYD bezeichnet ihn damit als schnellsten Serienwagen der Welt. Die Produktion ist jedoch auf höchstens 30 Fahrzeuge begrenzt.

Bei extremen Geschwindigkeiten entscheiden neben der Leistung auch Luftwiderstand, Übersetzung, Reifen, Kühlung und Stabilität. Der Luftwiderstand steigt ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Deshalb müssen Aerodynamik und Antrieb präzise zusammenspielen, damit zusätzliche Leistung tatsächlich in mehr Tempo umgesetzt wird.

Das Hypercar nutzt vier unabhängig angesteuerte Elektromotoren, eine 1.200-Volt-Plattform und eine speziell entwickelte Blade-Batterie mit bis zu 30C Entladerate. Die Motoren drehen bis zu 30.000 Umdrehungen pro Minute. Torque Vectoring verteilt das Drehmoment schnell an die einzelnen Räder.

Der Bugatti Chiron Super Sport 300+ erreicht mit etwa 1.600 PS 490,484 km/h. Der Rimac Nevera R kommt mit bis zu rund 2.107 PS auf etwa 431 km/h, während der normale YANGWANG U9 rund 1.306 PS und etwa 391 km/h erreicht. Theoretische Werte wie die rund 531 km/h des Koenigsegg Jesko Absolut sind von gemessenen Rekordfahrten zu unterscheiden.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags

aerodynamik
batterien
hypercars
elektroantrieb
höchstgeschwindigkeit
Autor Elmar Klose
Elmar Klose
Mein Name ist Elmar Klose und ich beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit den Themen Wissenschaft, Technik und Erfindergeist. Meine Faszination für die Art und Weise, wie Ideen entstehen und die Welt verändern, hat mich dazu gebracht, mich auf historische Entwicklungen in diesen Bereichen zu konzentrieren. Hier auf historische-schreibmaschinen-friedrich.de teile ich mein Wissen über bahnbrechende Erfindungen und die Genies dahinter. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und gut recherchierte Informationen zu präsentieren, damit Sie die faszinierende Welt der Technik und des wissenschaftlichen Fortschritts besser verstehen können.

Beitrag teilen

Kommentar schreiben