• Chemie
  • Konzentration einer Lösung berechnen mit Formel und Beispiel

Konzentration einer Lösung berechnen mit Formel und Beispiel

Elmar Klose 29. Juni 2026
Vor und nach der Verdünnung: zwei Bechergläser zeigen, wie man die Konzentration berechnen kann. Die Formel c₁V₁ = c₂V₂ erklärt die Verdünnung.

Inhaltsverzeichnis

Eine falsch umgerechnete Einheit reicht aus, damit ein eigentlich sauberer Versuch völlig andere Ergebnisse liefert. Ich zeige deshalb, wie sich die Konzentration einer Lösung in der Chemie zuverlässig bestimmen lässt, welche Formel zur jeweiligen Angabe passt und warum das Endvolumen der Lösung oft wichtiger ist als die Menge des Lösungsmittels.

Die richtige Konzentrationsformel hängt von den vorhandenen Angaben ab

  • Stoffmengenkonzentration: c = n / V in mol/L
  • Massenkonzentration: β = m / V in g/L
  • Stoffmenge: n = m / M, also Masse geteilt durch molare Masse
  • Verdünnung: c1 · V1 = c2 · V2
  • Wichtig: In die Rechnung gehört das Gesamtvolumen der fertigen Lösung

Welche Konzentrationsgröße passt zur Aufgabe

Mit „Konzentration“ ist in der Chemie nicht immer dieselbe Größe gemeint. Entscheidend ist, ob eine Aufgabe die enthaltene Stoffmenge, Masse oder ein Volumenverhältnis beschreibt. Ich prüfe deshalb zuerst die Einheiten und erst danach setze ich Zahlen in eine Formel ein.

Größe Formel Typische Einheit Wofür sie steht
Stoffmengenkonzentration c c = n / V mol/L Stoffmenge pro Lösungsvolumen
Massenkonzentration β β = m / V g/L Masse des gelösten Stoffes pro Lösungsvolumen
Massenanteil w w = mStoff / mLösung % Masse im Verhältnis zur Gesamtmasse
Volumenanteil φ φ = VStoff / VLösung % Volumen einer Komponente im Gemisch

Für Reaktionsgleichungen ist meist die Stoffmengenkonzentration die passende Angabe. Bei Etiketten, technischen Lösungen oder Nährmedien findet man dagegen oft g/L oder Prozentwerte. Diese Größen lassen sich ineinander umrechnen, aber nur dann, wenn zusätzliche Angaben wie die molare Masse oder die Dichte bekannt sind.

Die Stoffmengenkonzentration Schritt für Schritt bestimmen

Die wichtigste Grundformel lautet c = n / V. Dabei steht c für die Stoffmengenkonzentration, n für die Stoffmenge in Mol und V für das Volumen der fertigen Lösung in Litern.

Ist die Stoffmenge nicht direkt angegeben, berechne ich sie aus der Masse. Dafür gilt n = m / M. Die molare Masse M wird aus dem Periodensystem beziehungsweise aus der Summenformel berechnet und in g/mol eingesetzt.

  1. Masse des gelösten Stoffes in Gramm bestimmen.
  2. Molare Masse in g/mol ermitteln.
  3. Stoffmenge mit n = m / M berechnen.
  4. Volumen der fertigen Lösung in Liter umwandeln.
  5. Stoffmenge durch das Volumen teilen.

Beispiel mit Natriumchlorid

Ich löse 5,844 g Natriumchlorid in Wasser und fülle die Lösung auf ein Endvolumen von 500 mL auf. Für NaCl beträgt die molare Masse rund 58,44 g/mol.

Zuerst ergibt sich die Stoffmenge:

n = 5,844 g / 58,44 g/mol = 0,100 mol

500 mL entsprechen 0,500 L. Damit folgt:

c = 0,100 mol / 0,500 L = 0,200 mol/L

Die Lösung hat also eine Stoffmengenkonzentration von 0,200 mol/L. Genau an diesem Beispiel sieht man einen typischen Denkfehler: Das Salz wird nicht auf 500 mL Wasser gegeben, sondern die fertige Lösung wird auf 500 mL aufgefüllt.

Massenkonzentration und Prozentangaben richtig unterscheiden

Die Massenkonzentration ist oft einfacher zu berechnen als die molare Konzentration. Ihre Formel lautet β = m / V. Werden 5,844 g NaCl in 0,500 L Lösung enthalten, beträgt die Massenkonzentration 11,688 g/L, meist gerundet also 11,7 g/L.

Ein Prozentwert beschreibt dagegen nicht automatisch Gramm pro Liter. Bei einem Massenanteil von 10 % entfallen beispielsweise 10 g gelöster Stoff auf 100 g Gesamtmasse der Lösung. Das verbleibende Gewicht von 90 g gehört nicht zwingend zu Wasser, wenn weitere Bestandteile enthalten sind.

Angabe Bedeutung Beispiel
10 g/L 10 g Stoff in 1 L Lösung 10 g Farbstoff pro Liter
10 % m/m 10 g Stoff in 100 g Lösung 10 g Salz plus 90 g weitere Lösungbestandteile
10 % V/V 10 mL Stoff in 100 mL Lösung 10 mL Ethanol pro 100 mL fertigem Gemisch

Für die Umrechnung von Prozentangaben in mol/L braucht man meistens die Dichte der Lösung. Ohne sie lässt sich aus einem Massenanteil allein kein exaktes Lösungsvolumen ableiten. Bei verdünnten wässrigen Lösungen kann eine Näherung funktionieren, bei konzentrierten Lösungen führt sie schnell zu sichtbaren Fehlern.

Verdünnungen mit der richtigen Endmenge planen

Bei einer Verdünnung bleibt die Stoffmenge des gelösten Stoffes gleich, während das Volumen zunimmt. Deshalb gilt c1 · V1 = c2 · V2. Die Indizes 1 und 2 stehen für Ausgangslösung und fertige Lösung.

Beispiel für eine Laborverdünnung

Aus einer 2,00-molaren Stammlösung soll 250 mL einer 0,100-molaren Lösung entstehen. Gesucht ist das Volumen der Stammlösung:

V1 = c2 · V2 / c1

V1 = 0,100 mol/L · 0,250 L / 2,00 mol/L = 0,0125 L

Das entspricht 12,5 mL Stammlösung. Diese Menge wird in einen 250-mL-Messkolben gegeben und mit Lösungsmittel bis zur Marke aufgefüllt. Ich würde die Stammlösung nicht einfach mit 237,5 mL Wasser mischen, wenn eine hohe Genauigkeit gefragt ist, denn Volumina addieren sich bei Flüssigkeiten nicht immer exakt.

Bei konzentrierten Säuren oder Laugen kommt die Sicherheit hinzu. Grundsätzlich wird beim Verdünnen die Säure langsam in das Wasser gegeben, niemals umgekehrt. Schutzbrille, geeignete Handschuhe und die Angaben im Sicherheitsdatenblatt sind hier keine Nebensache.

Einheiten, Dichte und Endvolumen entscheiden über das Ergebnis

Die meisten Rechenfehler entstehen nicht durch die Formel, sondern durch uneinheitliche Eingaben. Für c in mol/L muss das Volumen in Litern stehen. 250 mL sind also 0,250 L, 50 mL sind 0,050 L und 1,5 L bleibt 1,5 L.

Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen Lösungsmittel und Lösung. Wenn 10 g Zucker in 100 mL Wasser gegeben werden, beträgt das Endvolumen nicht zwingend exakt 100 mL. Für eine grobe Küchenrechnung mag die Näherung genügen, im Labor wird die fertige Mischung in einem Messkolben auf das Zielvolumen gebracht.

Lesen Sie auch: Chemische Reaktionen im Alltag erkennen - Beispiele und Gefahren

Die Dichte als Brücke zwischen Masse und Volumen

Die Dichte verbindet Masse und Volumen über ρ = m / V. Kennt man beispielsweise die Masse einer Flüssigkeit und ihre Dichte, lässt sich das Volumen bestimmen. Bei kommerziellen Lösungen wie 37-prozentiger Salzsäure muss die Dichte aus dem Etikett oder dem technischen Datenblatt stammen, weil sie von Konzentration und Temperatur abhängt.

Auch die Temperatur kann eine Rolle spielen. Flüssigkeiten dehnen sich aus, sodass ein Volumen bei 20 °C nicht exakt dasselbe ist wie bei 30 °C. Für Schulaufgaben wird dieser Einfluss meist vernachlässigt, bei analytischen Messungen sollte die Messtemperatur dokumentiert werden.

Typische Fehler beim Berechnen vermeiden

Ich kontrolliere jede Rechnung mit einer kurzen Plausibilitätsprüfung. Eine Konzentration von 0,2 mol/L darf beispielsweise nicht plötzlich als 200 mol/L erscheinen, nur weil Milliliter und Liter verwechselt wurden.

  • Falsches Volumen: Es zählt das Gesamtvolumen der Lösung, nicht nur das Volumen des Wassers.
  • Falsche molare Masse: Bei CaCl2 muss die Masse von einem Calcium- und zwei Chloratomen berücksichtigt werden.
  • Prozent und g/L verwechselt: Ein Massenanteil benötigt die Gesamtmasse, nicht automatisch einen Liter Lösung.
  • Einheiten gemischt: Gramm, Milligramm, Milliliter und Liter müssen vor dem Einsetzen vereinheitlicht werden.
  • Unpassende Verdünnungsformel: c1V1 = c2V2 gilt für denselben gelösten Stoff ohne chemische Reaktion.

Bei Säuren, Basen und Salzen darf man außerdem die Konzentration der Ausgangssubstanz nicht automatisch mit der Konzentration einzelner Ionen gleichsetzen. Eine 0,100-molare NaCl-Lösung enthält idealisiert etwa 0,100 mol/L Natriumionen und 0,100 mol/L Chloridionen. Bei mehratomigen Verbindungen oder unvollständiger Dissoziation muss die Reaktionsgleichung berücksichtigt werden.

Eine kurze Prüfroutine für jede Rechenaufgabe

Wenn ich eine Konzentration bestimmen muss, gehe ich immer dieselbe gedankliche Reihenfolge durch. Zuerst kläre ich, welche Konzentrationsart gefragt ist. Danach markiere ich alle Größen, rechne die Einheiten um und prüfe, ob das angegebene Volumen das Endvolumen der Lösung meint.

  1. Gesuchte Größe und Einheit notieren.
  2. Passende Formel auswählen.
  3. Fehlende Stoffmenge über n = m / M bestimmen.
  4. Alle Volumenangaben in Liter umrechnen.
  5. Ergebnis mit Einheit und sinnvoller Rundung angeben.
  6. Prüfen, ob die Größenordnung realistisch ist.

Für einfache Aufgaben reicht Papier und Taschenrechner völlig aus. Einen Online-Rechner nutze ich höchstens zur Gegenkontrolle, denn er erkennt nicht zuverlässig, ob jemand versehentlich das Volumen des Lösungsmittels statt des Lösungsvolumens eingegeben hat.

Was von der Rechnung im Labor wirklich zählt

Die wichtigste Entscheidung fällt vor jeder Rechnung: Masse, Volumen, Stoffmenge oder Prozentangabe müssen zur Fragestellung passen. Mit c = n/V, sauber umgerechneten Einheiten und dem richtigen Endvolumen lassen sich die meisten Aufgaben sicher lösen.

Bei präzisen Arbeiten kommen Dichte, Temperatur, Reinheit des Stoffes und Messunsicherheit hinzu. Wer diese vier Punkte nicht einfach übergeht, erhält nicht nur ein rechnerisch korrektes Ergebnis, sondern eine Konzentrationsangabe, die auch im praktischen Versuch belastbar ist.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für die Stoffmengenkonzentration gilt c = n / V in mol/L, für die Massenkonzentration β = m / V in g/L. Bei Prozentangaben unterscheidet man außerdem Massenanteil und Volumenanteil.

Verwendet wird das Gesamtvolumen der fertigen Lösung, nicht nur das Volumen des Lösungsmittels. Werden beispielsweise 5,844 g NaCl auf 500 mL Lösung aufgefüllt, entspricht das Volumen 0,500 L und die Konzentration beträgt 0,200 mol/L.

Für denselben gelösten Stoff gilt c1 · V1 = c2 · V2. Aus einer 2,00-molaren Stammlösung benötigt man für 250 mL einer 0,100-molaren Lösung 12,5 mL Stammlösung, die anschließend bis zum Endvolumen aufgefüllt werden.

Ein Massenanteil wie 10 % bezieht sich auf 10 g Stoff pro 100 g Lösung und nicht automatisch auf einen Liter. Für die genaue Umrechnung in mol/L werden meist die molare Masse und die Dichte der Lösung benötigt.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags

stoffmengenkonzentration
massenkonzentration
verdünnung
molare masse
dichte
Autor Elmar Klose
Elmar Klose
Mein Name ist Elmar Klose und ich beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit den Themen Wissenschaft, Technik und Erfindergeist. Meine Faszination für die Art und Weise, wie Ideen entstehen und die Welt verändern, hat mich dazu gebracht, mich auf historische Entwicklungen in diesen Bereichen zu konzentrieren. Hier auf historische-schreibmaschinen-friedrich.de teile ich mein Wissen über bahnbrechende Erfindungen und die Genies dahinter. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und gut recherchierte Informationen zu präsentieren, damit Sie die faszinierende Welt der Technik und des wissenschaftlichen Fortschritts besser verstehen können.

Beitrag teilen

Kommentar schreiben