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Kohlenstoffdioxid nachweisen mit Kalkwasserprobe und Sensor

Siegbert Wegener 5. Juni 2026
Drei Reagenzgläser: eines mit klarer Flüssigkeit, eines mit sprudelnder Flüssigkeit und eines mit trüber, weißer Flüssigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Ob ein Gas tatsächlich Kohlenstoffdioxid enthält, lässt sich mit einem einfachen chemischen Versuch zuverlässig prüfen. Die klassische Kalkwasserprobe zeigt die Anwesenheit von CO2 durch eine weiße Trübung, während Flammentests und moderne Sensoren eher ergänzende Hinweise oder Messwerte liefern. Ich erkläre, wie der Nachweis funktioniert, wie man ihn sauber durchführt und warum ein zunächst eindeutiges Ergebnis manchmal täuschen kann.

Die entscheidenden Punkte für einen sicheren und eindeutigen CO2-Nachweis

  • Kalkwasserprobe: CO2 macht klare Calciumhydroxidlösung durch Calciumcarbonat weißlich trüb.
  • Reaktionsgleichung: Ca(OH)2 + CO2 → CaCO3 + H2O.
  • Flamme: Sie erlischt in CO2, doch dieser Test ist allein nicht eindeutig.
  • Wichtige Grenze: Zu viel eingeleitetes Gas kann die Trübung wieder verschwinden lassen.
  • Messgeräte: NDIR-Sensoren bestimmen die CO2-Konzentration quantitativ, müssen aber korrekt kalibriert sein.

Drei Reagenzgläser zeigen einen chemischen Nachweis von kohlenstoffdioxid. Im ersten ist eine klare Flüssigkeit mit schwarzen Partikeln, im zweiten trübt sich die Flüssigkeit ein und im dritten ist sie milchig-weiß.

Warum die Kalkwasserprobe so zuverlässig funktioniert

Für den klassischen Kohlenstoffdioxidnachweis braucht man Kalkwasser, also eine klare wässrige Lösung von Calciumhydroxid. Wird das zu untersuchende Gas hindurchgeleitet, reagiert das gelöste CO2 mit Calciumhydroxid. Dabei entsteht festes Calciumcarbonat, das als feiner weißer Niederschlag sichtbar wird.

Die Reaktionsgleichung lautet:

Ca(OH)2 (aq) + CO2 (g) → CaCO3 (s) + H2O (l)

Die Lösung wird also milchig oder trüb. Genau diese sichtbare Veränderung macht die Probe im Unterricht so beliebt. Sie ist schnell, kostengünstig und erklärt gleichzeitig, dass ein Gas an einer chemischen Reaktion erkannt werden kann, nicht bloß an seinem Aussehen.

Was der weiße Niederschlag aussagt

Die Trübung ist ein positiver Hinweis auf Kohlenstoffdioxid, wenn die Probe sauber durchgeführt wurde. In einer qualitativen Analyse bedeutet das, dass man die Anwesenheit eines Stoffes feststellt, aber nicht automatisch dessen genaue Menge kennt.

Ich würde deshalb immer eine klare Ausgangslösung verwenden und möglichst eine Vergleichsprobe danebenstellen. Bleibt das eine Reagenzglas klar und wird das andere trüb, ist der Unterschied wesentlich leichter zu beurteilen als bei einer bereits milchigen oder verunreinigten Lösung.

So gelingt der Nachweis im Chemieversuch

Für einen einfachen Versuch reichen ein Reagenzglas, ein Stopfen mit Ableitungsrohr, frisches Kalkwasser und eine Gasprobe. Das Gas wird langsam in die Flüssigkeit geleitet, damit es sich gut löst und nicht nur als große Blasen entweicht.

  1. Kalkwasser bereitstellen: Die Lösung sollte möglichst klar und frei von Staub oder bereits ausgefallenem Calciumcarbonat sein.
  2. Gas zuführen: Das Prüfvgas wird einige Sekunden vorsichtig durch das Kalkwasser geleitet.
  3. Veränderung beobachten: Eine weißliche Trübung oder ein feiner Niederschlag spricht für CO2.
  4. Kontrolle durchführen: Eine Blindprobe mit normaler Raumluft hilft, zufällige Verunreinigungen zu erkennen.

Auch ausgeatmete Luft enthält Kohlenstoffdioxid und kann die Reaktion sichtbar machen. Dabei sollte man jedoch nicht direkt in das Reagenzglas hineinblasen, weil Kalkwasser spritzen kann. Ein sauberes Ableitungsrohr und eine kurze Versuchsdauer reichen normalerweise aus.

CO2 aus einer Reaktion gewinnen

Im Labor lässt sich Kohlenstoffdioxid beispielsweise aus einem Carbonat und einer Säure entwickeln. Beim Kontakt von Calciumcarbonat mit verdünnter Salzsäure entstehen CO2, Wasser und Calciumchlorid. Da Salzsäure ätzend ist, gehört dieser Aufbau unter fachkundige Aufsicht und nicht in einen ungeschützten Heimversuch.

Für eine ungefährlichere Demonstration werden manchmal Natriumhydrogencarbonat und eine schwache Säure verwendet. Dabei können allerdings Flüssigkeitströpfchen oder Säurenebel mitgerissen werden. Genau deshalb sollte man die Gasprobe nicht direkt aus dem Reaktionsgefäß in die Nase oder in Richtung Gesicht leiten.

Welche anderen Methoden es gibt und was sie wirklich beweisen

Die Kalkwasserprobe ist im Schul- und Ausbildungslabor meist die beste Wahl. Andere Verfahren können sinnvoll sein, liefern aber nicht immer denselben Grad an Sicherheit.

Methode Beobachtung Aussagekraft Typische Grenze
Kalkwasserprobe Weiße Trübung Guter qualitativer Nachweis Zu viel CO2 kann die Trübung wieder lösen
Flammentest Flamme erlischt Nur ergänzender Hinweis Auch Stickstoff oder Wasserdampf können eine Flamme beeinflussen
pH-Indikator pH-Wert sinkt Zeigt gelöstes, sauer reagierendes Gas Nicht spezifisch für CO2
Barytwasser Weißer Bari­umcarbonat-Niederschlag Chemisch empfindliche Alternative Lösliche Bariumverbindungen sind gesundheitsschädlich
NDIR-Sensor Messwert in Konzentrationseinheiten Quantitative Bestimmung Kalibrierung, Feuchte und Temperatur beeinflussen das Ergebnis

Die erloschene Flamme wird oft als eindeutiger Test dargestellt. Das halte ich für eine typische Vereinfachung. CO2 unterstützt keine Verbrennung, aber auch andere Gase können eine Flamme ersticken. Für einen belastbaren Nachweis sollte die Flammenprobe deshalb höchstens vor der Kalkwasserprobe eingesetzt werden.

Ein pH-Indikator reagiert darauf, dass sich CO2 teilweise in Wasser löst und Kohlensäure bildet. Das ist anschaulich, aber nicht spezifisch, denn auch andere saure Gase würden den pH-Wert verändern. Barytwasser funktioniert zwar ebenfalls, wegen der Giftigkeit löslicher Bariumverbindungen würde ich im Unterricht trotzdem Kalkwasser bevorzugen.

Warum die Trübung wieder verschwinden kann

Ein besonders häufiger Fehler entsteht, wenn man nach der ersten Trübung weiter CO2 einleitet. Der Niederschlag aus Calciumcarbonat kann sich bei einem Überschuss des Gases wieder lösen. Es bildet sich wasserlösliches Calciumhydrogencarbonat:

CaCO3 + CO2 + H2O → Ca(HCO3)2

Die Lösung wird dadurch erneut klar. Das bedeutet nicht, dass plötzlich kein Kohlenstoffdioxid mehr vorhanden ist. Im Gegenteil, die verschwundene Trübung kann gerade auf einen CO2-Überschuss hinweisen.

Lesen Sie auch: pH-Wert verstehen - Skala, Messung und typische Fehler

Weitere Ursachen für ein falsches Ergebnis

  • Altes Kalkwasser: Die Lösung kann bereits durch Luft-CO2 verändert worden sein.
  • Zu wenig Gas: Bei einer sehr kleinen Menge bleibt die Trübung möglicherweise kaum sichtbar.
  • Zu schnelles Einleiten: Große Blasen lösen sich schlechter als fein verteiltes Gas.
  • Verunreinigungen: Staub oder andere gelöste Stoffe können die Flüssigkeit ebenfalls trüben.
  • Falsche Interpretation: Eine klare Lösung nach langer Einleitung schließt CO2 nicht sicher aus.

In der Praxis beobachte ich vor allem zwei gegensätzliche Probleme: Manche warten nicht lange genug, andere leiten so viel Gas ein, dass sie den besten Beobachtungszeitpunkt verpassen. Ich stoppe den Versuch daher, sobald eine deutliche milchige Trübung entstanden ist, und bewerte die Probe sofort.

Wann ein Sensor besser ist als ein Reagenzglas

Die Kalkwasserprobe beantwortet die Frage, ob Kohlenstoffdioxid vorhanden ist. Sie sagt aber nicht, ob ein Raum beispielsweise 800, 2.000 oder 10.000 ppm CO2 enthält. Für Raumluft, Lüftungsanlagen, Gewächshäuser oder technische Prozesse braucht man deshalb ein quantitatives Messgerät.

Am verbreitetsten sind NDIR-Sensoren. Die Abkürzung steht für nichtdispersive Infrarotmessung. Das Gerät nutzt die Tatsache, dass CO2 Infrarotstrahlung bei bestimmten Wellenlängen absorbiert, und berechnet daraus die Konzentration der Luft.

Solche Sensoren sind im Alltag deutlich informativer als ein chemischer Sichttest, aber sie sind nicht automatisch unfehlbar. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Alter des Sensors und eine falsche Kalibrierung können den Messwert verschieben. Für eine grobe Raumluftkontrolle genügt ein gutes Gerät, bei sicherheitsrelevanten oder industriellen Anwendungen sind geprüfte Messsysteme und regelmäßige Wartung erforderlich.

Ich trenne daher bewusst zwischen Nachweis und Messung. Die Kalkwasserprobe ist ideal, um ein chemisches Prinzip sichtbar zu machen. Ein Sensor ist die richtige Wahl, wenn eine Konzentration überwacht, dokumentiert oder mit einem Grenzwert verglichen werden soll.

Der sinnvollste Prüfweg für Schule, Werkstatt und Raumluft

Für einen Chemieversuch würde ich mit der Kalkwasserprobe beginnen und die Beobachtung durch eine Reaktionsgleichung erklären. Die Flamme kann als anschauliche Ergänzung dienen, sollte aber nicht als alleiniger Beweis gelten.

Geht es um die Sicherheit in einem Raum, reicht ein Glas mit Kalkwasser nicht aus. Es zeigt bestenfalls qualitativ, dass CO2 vorhanden ist, während ein geeignetes Messgerät die tatsächliche Konzentration fortlaufend erfasst. Bei unbekannten Gasen oder möglichen Sauerstoffmangel-Situationen sollte man den Bereich nicht durch eigene Experimente prüfen, sondern fachgerechte Messtechnik einsetzen.

Damit bleibt die alte Kalkwasserprobe ein bemerkenswert gutes Beispiel für chemischen Erfindergeist. Mit wenigen Materialien macht sie ein unsichtbares Gas sichtbar, lehrt aber zugleich eine wichtige wissenschaftliche Haltung: Ein Ergebnis ist erst dann überzeugend, wenn man auch die Bedingungen und Grenzen des Verfahrens kennt.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Man leitet das zu untersuchende Gas langsam durch klares Kalkwasser. Enthält es CO₂, entsteht Calciumcarbonat als feiner weißer Niederschlag und die Lösung wird trüb. Die Reaktion lautet Ca(OH)₂ + CO₂ → CaCO₃ + H₂O.

Wird nach der ersten Trübung weiter CO₂ eingeleitet, kann sich Calciumcarbonat wieder lösen. Dabei entsteht wasserlösliches Calciumhydrogencarbonat. Eine anschließend klare Lösung schließt CO₂ daher nicht sicher aus, sondern kann auf einen Überschuss hinweisen.

CO₂ unterstützt keine Verbrennung, deshalb erlischt eine Flamme in dem Gas. Der Test ist jedoch nicht eindeutig, weil auch andere Gase, etwa Stickstoff oder Wasserdampf, eine Flamme beeinflussen können. Als belastbarer qualitativer Nachweis eignet sich die Kalkwasserprobe besser.

Die Kalkwasserprobe zeigt nur qualitativ, ob CO₂ vorhanden ist. NDIR-Sensoren messen dagegen die Konzentration, beispielsweise in Raumluft, Gewächshäusern oder technischen Anlagen. Temperatur, Feuchtigkeit, Sensoralter und Kalibrierung können den Messwert beeinflussen.

Bei möglichen Sauerstoffmangel-Situationen oder unbekannten Gasen sollte man den Bereich nicht durch eigene Experimente prüfen. Dafür sind fachgerechte Messgeräte und geeignete Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Auch die Entwicklung von CO₂ mit Säuren gehört unter fachkundige Aufsicht, da Salzsäure ätzend ist.

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Autor Siegbert Wegener
Siegbert Wegener
Mein Name ist Siegbert Wegener und seit nunmehr 3 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Wissenschaft, Technik und Erfindergeist. Mich fasziniert die Art und Weise, wie bahnbrechende Ideen entstehen und wie sie durch technisches Know-how und kreativen Geist Wirklichkeit werden. Auf historische-schreibmaschinen-friedrich.de teile ich mein Wissen über die faszinierende Welt der historischen Schreibmaschinen, ihre Entwicklung und die genialen Köpfe dahinter. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und stets auf fundierten Recherchen zu basieren, um Ihnen präzise und nachvollziehbare Informationen zu liefern.

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